KLOSING 2016

Am nächsten Morgen sitzen wir auf dem Dielenboden wie die Kinder vom Bahnhof Zoo und betrachten die leeren Wände. Eine Kerze steht fest verwachst auf dem Boden und wirft Licht auf ein kleines Mauseloch in der Ecke des Zimmers.

„Zwei Verstärker am Arsch, die Bude war rappelvoll, das Bier is alle und ich will nur noch nach Hause und ins Bett…“

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Und dann werden Geschichten erzählt von und mit Leuten, die da waren, man weint, man lacht, man hört die Katerstimmen, wie sie ihr fröhlich melancholisches Lied anstimmen:

Imagine a place where you can be,

just you and me and you and me.

Create a place where we can live our project,

just you and me and you and me.

Share a place and take home our memories,

just you and me and you and me.

Angelockt von diesem Lied regt sich plötzlich etwas in der Dunkelheit des Mauselochs. Das Flackern der Kerze ist auch an den Wänden zu erkennen. Doch es könnte ebenso der vorbeihuschende Schatten der Maus gewesen sein. Die Übernächtigung treibt unsere Phantasie für kurze Zeit raus aus unserem Raum: Wir folgen der Maus durch grünes Gestrüpp und sehen blendende Sonnenstrahlen zwischen Grashalmen scheinen. Gelächter von Menschen ist zu hören. Es ist so hell, so sattgrün, es könnte Sommer sein.

Die kollektive Aufmerksamkeit verflüchtigt sich schnell und jeder ist wieder in seinem individuellen Raum und erzählt von seiner Nische, von seinem Traum. Wir sind wieder im LABOR, kurz nachdem wir aufgeräumt haben.

„Das nächste Mal nehmen wir glaube ich gleich einen richtigen Verstärker. Mit mehr Power…“

Wir räumen weiter auf und ziehen die letzten Fotos und Plakate von den Wänden. Unter einem steht: „The Spirit lives on.“ Yo! Und das wäre auch schon das Fazit, das wir ähnlich am Freitagabend verkündet hatten:

Lasst uns weitere Experimente durchführen, die Wissen schaffen und Geschichten erzählen!

 

„Scientists keep on working!“

 

Euer LABOR – Team

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MEINEN WEG DOKUMENTIEREN

Ganz im Sinne des experimentellen Spirits (erlaubt mir den Anglizismus) habe ich mich die letzten Monate intensiv mit der Erstellung einer Kunstmappe (Studium Freie Kunst) beschäftigt und dazu ein Projekt gestartet, dass sich nennt „Meinen Weg dokumentieren.“

Vorgabe war: Jeden Tag ein Video! Schwarz-weiss. (Es sollte etwas mit der Erstellung der Mappe zu tun haben, musste aber nicht)

Hier eine kleine Auswahl von insgesamt 53 Einzelvideos, die alle jeweils 30 bis 90 Sekunden lang sind. (Bei Interesse: alle Videos sind bei Vimeo online gestellt, einfach „meinen weg dokumentieren“ ins Suchfeld eingeben)

Das Projekt ist Teil eines größeren Projektes, über dessen Namen ich mir noch im Unklaren bin.

Autor des Textes und Macher der Videos: Florian Koppe